
Komm mit

Wir machen es ganz so wie du magst:
Ich könnte vor dir gehen,
Steine und Stöcke zur Seite räumen
und das wilde Unkraut planieren.
Oder ich laufe neben dir,
um deine Hand zu halten
und dich zur Not zu stützen.
Wenn du willst, so folge ich dir
und halte dir den Rücken frei,
damit dich niemand überfällt.
Aber bitte komm mit!

Beim Feuergeben

Da seh ich in seinem Blicke
dieses konzentrierte Schicke:
Seine Augen tiefbetrunken -
in sich selber tief versunken.
Seine sanften, blassen Wangen
wirken so ganz unbefangen,
seine angestrengte Lippe
hält die Kippe,
die ich zünde.
Sein bezauberndes Antlitz,
in dem ich mich selbst wiederfinde.

Herbstzeit

Es stürmt und grummelt, wird früher dunkel.
Wir sollten uns wärmer anziehen,
denn das Frühjahrsknistern und die Sommerhitze klingen ab.
Es wird spürbar kühler.
Die Stunden des Vermissens werden von Tag zu Tag kürzer,
immer länger dafür die Stunden, die wir nur uns selbst widmen.
Wir träumen weniger voneinander.
Unsere Liebkosungen ziehen sich in uns in ihre Winterquartiere zurück,
Bewunderung und Begeisterung fliegen gen Süden,
erst einzeln, später wird man sie in Scharen davonziehen sehen.
Wir blitzen uns mit Blicken an,
Worte donnern dumpf und grollend hin und her,
wir nehmen kein Blatt vor den Mund.
Von Zeit zu Zeit schlägt’s ein.
Bereits vergilbte Fotos unserer Zeiten
schweben segelnd und einzeln zu Boden,
wo man sie zu Haufen harkt und ansteckt.
Die Welt legt sich zur Ruhe, deckt sich zu,
eine Stille breitet sich zwischen uns aus,
wir sind des Redens und des Liebens müde.

Laub I

Aus Knospen sich schmiegend,
grün leuchtend sich wiegend,
farbfroh im Wind fliegend,
vermodernd braun liegend:
Ein Blatt.


